Noch ein Argument fuer die Analogfotografie ...

Geschrieben von Sven Tetzlaff am . Veröffentlicht in Fotografie

Es gibt ja viele Argumente dafuer, warum man auch heute noch analog fotografieren sollte. Ueber so ziemlich alle ist schon bis zur Erschoepfung gestritten und geschrieben worden. Ich habe jetzt ein weiteres gefunden, das evtl. noch unbekannt ist:  Mit Analogfotografie lernt man sein haeusliches Umfeld genauer kennen ... sogar genauer als einem moeglicherweise lieb ist.

 

Ich hab letztens mal wieder ein paar Bilder entwickelt, getrocknet und dann gescannt. Alles mehr oder minder an einem Tag. Als ich mir dann ein paar Tage spaeter die Bilder zur Retusche vorgenommen habe, da dachte ich mich "Laust" ein Affe. Und das ganz woertlich, denn ich entdeckte das hier auf dem Scan :

Zuerst hab ich wirklich gedacht "Mist ! Ich hab mir irgendwo Kopflaeuse eingefangen". Ein Blick in die WP hat mich dann aber fuer ca. 10min entspannt, denn die Groesse kam nicht hin. Das Wesen, das auf meinen Film gekrabbelt ist, ist ca. 0.4mm gross. Eine frisch geschluepfte Kopflaus bringt's aber gleich auf 1-2mm. Muss also was anderes sein.

 

Das Unwohlsein stellte sich also wieder ein, denn ich tippe auf einen Verwandten dieses niedlichen Tierchens hier (Milben). Was mich noch ein bisschen unsicher sein laesst ist, dass Milben ja bekanntlich zu den Spinnentieren gehoeren und daher 8 Beine haben muessten. Ich seh aber bloss 4. Doch auch die Insektentheorie (Laeuse) wackelt, denn Insekten haben ja bekanntlich 6 Beine. Die gemeine Hausstaubmilbe ist tatsaechlich nur 0.1-0.5mm gross und ist wohl (zumindest zahlenmaessig) das beliebteste Haustier des Menschen - jeder hat welche ... 

 

Wer sich jetzt gerade schuettelt, was durchaus beabsichtigt ist, der denke auch mal daran, das auf und in uns ca. 2kg an Untermietern wohnen. O.K. das sind alles nur Mikroben, man stelle sich einen 2kg schweren Schrimp oder Blutegel vor, der so in einem haust ... das versoehnt doch mit so einer Milbe(?) - oder ?

 

Natuerlich haette ich sowas niemals innerhalb der digitalen Fotografie jemals endeckt. Wuerde sich ein 0.5mm grosser WasWeisIch auf den Sensor setzen wuerde, wuerde er wohl auffallen und weggereinigt werden. Ich haette also niemals nachgemessen, wie gross das Teil nun ist und auch niemals dazu Recherchen angestellt. Ob dieses Wissen nun tatsaechlich nutzlos ist - wie man schnell vermuten koennte - weiss ich noch nicht. Wichtigste Konsequens war zumindest, dass wir unsere gesamte Bettwaesche mal einen Tag lang draussen in den Frost gehaengt haben. Vielleicht ist das ja auch was Gefaehrliches ?

 

 

Weiterhin frage ich mich natuerlich, woher kommt das Ding eigentlich? Ist es schon beim Entwickeln auf den Film gekommen, beim Trocknen (im fast staubfreien) Badezimmer oder waehrend des Scannens ?  Oder ist es einfach nur eine Frage der Statistik, bis es bei jedem Analogfotografen auftauchen muesste ... Warum liest man dann im Netz nichts drueber ? Und ausserdem interessiert es mich natuerlich auch brennend, ob sich irgendwelche dieser Mitbewohner von der Film-Gelantine ernaehren ??? Denn eines der wirklich grossen Vorteile von Film und Papier ist die verhaeltnismaessig gute Archivierbarkeit - im Gegensatz zu CD(7 Jahre), DVD(3 Jahre), HD(2 Jahre).

 

Fazit: Ja, Analog macht schon Spass - Alien schauen ist 'nen Scheiss dagegen !

 

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