Die spinnen, die Daenen !

Geschrieben von Sven Tetzlaff am . Veröffentlicht in Fotografie

Ich liebe wirklich Daenemark. Als ich in Rostock aufwuchs, war Danmarks Radio mein Fenster zur Welt und mein Englischlehrer noch dazu. Die ersten Reisen in den Westen nach dem Fall der Mauer fuehrten geradezu naturgemaess nach Kopenhagen. Allein schon deshalb, um in Christiania mal nachzuschauen, ob es da wirklich aussieht, wie wir das uns in unseren ostdeutschen Hirnen so zusammengetraeumt haben.

Die Weltoffenheit, der Liberalismus und auch die Weltgewandheit - jeder Daene spricht offensichtlich 3 Sprachen perfekt -, waren der wesentliche Grund, weshalb ich daenische Lebensart auch zu einem Teil meiner eigenen Lebensart gemacht habe. Den ersten Knacks hat meine Daenemark-Romantik bekommen, als ich die ersten daenischen "Auslaenderdiskussionen" mit dem Ziel die Grenzen wieder zu schliessen ertragen musste. Und wenn man sich anhoert, was der aktuelle Nato-Sekretaer Rasmussen an verbalem Unsinn gelegentlich in die Welt entlaesst, dann fragt man sich schon, ob an diesem Vorurteil bezueglich Alkohol/Skandinavien vielleicht doch was dran ist. ... Aber das ist alles Politik und die regt mich schon lange nicht mehr auf.

Was anderes ist es mit diesem hier (If You Try to Publish a Picture of this Statue in Denmark, You’d Better be Ready to Pay Up). Denn das greift direkt in meinen Job bzw. mein Leben ein. Das Urheberrecht ist nicht nur in Deutschland voellig im Eimer, sondern in vielen anderen Laendern auch. Und ganz besonders in Daenemark.

Urheber scheinen ein echtes Erben-Problem zu haben. Egal ob Conan-Doyle, Joyce, Barlach, v.Buelow ... und so auch Erikson. Es ist mir schon allein wegen der woertlichen Implikation "Urheber" voellig unklar, was die Erben mit deren Werk zu tun haben sollen. Warum erlischt eine Urheberschaft nicht auch mit dem Tod des Urhebers ? Der Dichter schreibt "... Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen. ..." Dieses kliztekleine "erwirb", wird von den durch leistungsloses Einkommen verwoehntem Urheber-Erbenvolk regelmaessig pervertiert. Warum lernen die nicht einfach einen Beruf und gehen arbeiten ?

Das praktische Verbot ein Symbol Daenemarks fuer redaktionelle Zwecke zu nutzen, zeigt nur ein weiters mal, dass das gesamte Urheberrecht auf den Pruefstand gehoert. Ansonsten ist morgen schon verboten eine Nationalflagge zu fotografieren oder ein Geldstueck ... ein Auto ... denn hinter all dem steht natuerlich ein Urheber bzw. deren unsaegliche Erben.

Mein persoenliches Fazit, ich werde von nun an Artikel ueber Daenemark mit blaukreuzlerischen Bildern von "Daenen auf Faehren nach Deutschland" oder eben diesem Bild von Nyhavn zieren.

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