Photokina mit neuem(?) Konzept

Geschrieben von Sven Tetzlaff am . Veröffentlicht in Uncategorised

JPEG sLARGE L1008019 576x384Die Photokina hat fuer 2016 ein neues Konzept vorgestellt. Kann man hier nachlesen. Allerdings hat sich mir nicht erschlossen, warum dieses Konzept nun NEU sein soll. Ich sehe darin eher eine Fortsetzung des alten, das man im Interesse eines ominoesen Wachstums, moeglichst viele Randthemen aufsaugt. Nun ist es aber so, dass die Foto(Geraete)industrie schrumpft. Wobei gleichzeitig Druck, Fotobuch und Sofortbild froehliche Urstaende feiern. Ich deute das so, dass nun alle ihre Geraete haben und sich mehr dem Bild zuwenden. Ausserdem ist es nunmal so, dass beide Bereiche vor allem von nicht-beruflichen Benutzern getrieben werden. Viele Aussteller wollen aber - zumindest nach dem Fazit 2014 - vor allem Kontakt zu Wiederverkaeufern, Importeuren, Entwicklern ... bekommen aber Endkunden ... Irgendwie ist da wenig Kongruenz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. ...>

Ich weiss nicht, wie der Widerspruch mit dem neuen Konzept aufgeloest werden soll. Und ... ich moechte nicht in der Haut der Veranstalter stecken, die den Niedergang bzw. Shift derartiger Messen irgendwie abfangen sollen.

Hier in Asien funktionieren Messen gaenzlich anders. Die Veranstalter wollen Staende verkaufen und die Standbesitzer wollen Kunden gewinnen - also Produkte verkaufen. Alles andere wird exakt diesen beiden Zwecken untergeordnet. Es braucht einen sehr guten Grund, davon abzuweichen.

Entsprechend dominiert auf asiatischen Messen (egal ob Taipei, Shanghai, S'pore, Seoul oder Kobe) der 3x3 Messestand auf dem idealerweise gleich ein Block mit Kaufvertraegen liegt ... ;) ... Auch die Standgespraeche sind auf das Wesentliche reduziert. Wenn einer anfaengt dem Sensorhersteller A zu erklaeren, warum Sensor B vieeeel besser sei, endet das Gespraech in aller Regel sofort. Nicht direkt unfreundlich, aber die Staff wendet sich einfach neuen Kunden zu und laesst den Prediger stehen. (**)

Eintritte sind relativ unueblich in Asien und werden meist nur erhoben, um sich Beutelratten und kaufunwillige Labertaschen vom Hals zu halten. Wenn ein Aussteller "Oper"(*) will und bezahlt, dann organisiert die Messe das. Ebenso enden diese Messen schlagartig mit dem Feierabend. Nix mit Standparties und Gedoens. Nach dem Pfiff sind alle draussen. Entspr. organisieren die Firmen diverse Events ueber die Stadt verteilt - fuer geladene Gaeste - selbst.

Als KM versucht hat, die PhotoKina nach Asien zu exportieren, haben sie das asiatische Prinzip auf die harte Tour lernen muessen. Aber das ist schon eine Weile her. Mittlerweile ist KM in Asien (Food&Wine, SIGGRAPH ...) recht erfolgreich und unterscheidet sich bezgl. Struktur kaum von den asiatischen Messen.

Daher frage ich mich, ob man nicht von den Asiaten lernen sollte? Die CeBIT, bzw. deren Mutter DMAG hat in China ganz aehnliche Erfahrungen wie KM machen muessen. Da sie in direkter Konkurrenz zu Taipei(***) steht, haben die die einzig richtige Konsequenz gezogen und sich an Taipei angepasst und lediglich den Marktvorteil Hannover hervorgehoben. Ich weiss nicht, ob das die CeBIT rettet, aber immerhin ist der Schritt mutig und erfolgversprechend. Die kosmetischen Versuche der KM stimmen mich dagegen etwas nachdenklich ... allerdings haben die auch keine so bullige Konkurrenz wie die DMAG ...

Fazit: Mal sehen!

* Man nennt solches - im Westen sehr beliebtes - Brimborium, also Shows bzw. Zusatzveranstaltungen hier tatsaechlich Opera, weil es an Beijing Oper erinnert - "Viel Laerm um nix" also.
** Wer sich da mal einen Eindruck verschaffen moechte, sollte die Canton Fair in Guangzhou besuchen. Das ist vermtl. die groesste Messe des Planeten ... wenn nicht noch groesser.
*** Computex

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