Und wieder weg

Geschrieben von Sven Tetzlaff am . Veröffentlicht in Diverse

Screen Shot 2015 07 17 at 9.15.21 AMDas Leica Photography Archiv ist wieder weg. Ich habe keine Ahnung aus welchen Gruenden es geloescht wurde, bin mir aber sicher, dass diese Information die naechsten Wochen durchsickern wird. Bis dahin bleibt einem nur die Spekulation. Nach meinem Dafuerhalten haetten zwei Parteien (mehr oder minder) nachvollziehbare Gruende gegen das Archiv vorzugehen. Da waere z.B. die noch lebenden Autoren und Fotografen, die auf Tantiemen pochen koennten bzw. deren Erben, die auf ein leistungslosen Einkommensparadies hoffen und natuerlich Leica selbst, die erst mal drueber nachdenken muessen, ob das ueberhaupt gehen kann - man weiss ja nie ....

Vielleicht ist da auch jemand ganz anderes - keine Ahnung. Aber es zeigt wieder einmal, wer am Ende (immer) auf der Strecke bleibt - der Leser, der Fotograf ... der Enthusiast... Auch die vermeintlichen Rechthaber gehen leer aus, was kein Trost ist, sondern nur die Daemlichkeit kolportiert. Das endgueltige Ergebnis ist Stagnation und Friedhofsruhe.

Nun ist es ja nicht das erste Projekt, das auf Grund des unbedingten Willens aus allem und jedem, und sei es einen noch so kleinen Profit zu pressen, scheitert. Und es wird auch nicht das letzte bleiben. Wahrscheinlich koennte Daniel sich wertvolle Lebenszeit ans Bein binden und eine Schlacht fuer Fair Use schlagen ... aber warum ? Ich wuerde es nicht tun. Kristian Koehntopp (Isotopp) hat zu diesem Spiel mit der Allmende einen interessanten Artikel verfasst, der mit "Echte Helden" uebertitelt war. (Leider ist der aus dem Netz verschwunden). Echte Helden sind demnach Menschen, die der Gemeinschaft etwas zum Spielen geben, diese das aufnimmt, erweitert und wieder zurueckgibt - zum Nutzen aller. Linus Torvalds ist so ein Held - findet Isotopp ... find ich auch. Auf jeden Fall ein echter Held im Vergleich zu diesem cholerisch-kleptomanische Betriebsdirektor mit Designambitionen. Diese beiden Protagonisten stehen stellvertretend fuer je ein Modell. Linus steht fuer den Kategorischen Imperativ und das fahle Buddhistenwannabie fuer den Kapitalismus in seiner unappetitlichsten Auspraegung. Letztere gewinnen uebrigens gerade jede einzelne Schlacht. 

Im Artikel beschreibt Isotopp, wie so ein Spiel kaputt gehen kann. Naemlich, einer wirft was zum spielen rein, alle spielen damit zu den gleichen Konditionen und geben es mit einem Mehrwert der Gemeinschaft zurueck. Nur einer, der ist klebrig und macht sein eigenes Ding mit dem Geschenk und gibt nichts zurueck. Ersteres bringt eine Gemeinschaft voran und macht sie Fit fuer den Aufbruch zu neuen Sternen. Letzteres fuehrt zur Stagnation und sorgt dafuer, dass immer mehr Energie aufgewendet weden muss um das kaputte Spiel am Laufen zu halten. Wuerde Daniel einen Deal mit Erben, Verlagen, Unameit machen, dann waere das nichts anderes, als in ein kaputtes Spiel Energie zu stopfen. Fazit: Was dann bliebe waere nur noch mehr Entropie ... und die braucht kein Mensch.

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