Gehrlicher weint ...

Geschrieben von Sven Tetzlaff am . Veröffentlicht in Erneuerbare Energien

... und mein Mitleid haelt sich in Grenzen.
Eine kurze Polemik ueber die Entsolidarisierung in der EE-Branche.

Eben gerade hat Gehrlicher Insolvenz angemeldet. Natuerlich weiss man auch wer dafuer verantwortlich ist. Und tatsaechlich holen sie genau den Richtigen aus der Tasche. Naemlich die, die meinten, dass sie sich mit protektionistischen Schachzuegen einen Vorteil gegenueber ihren Branchenkollegen "erarbeiten" koennen. Allen voran SolarWorld und seine 25 anonymen Gehilfen.

Wie schon oefter hier erwaehnt, wird sich das Protektionismusschwert am Ende auch gegen Solarworld& Co. richten, selbst wenn die Shareholder auf 90% ihrer Anteile verzichten und noch 10 Katars aus dem Hut gezaubert werden. Wenn ich ein Problem mit untauglichen Mitteln bekaempfe, dann bekomme ich es nicht besiegt. Dazu muss ich kein Boersenzampano sein - das geht einfach nicht.

Solarworlds Probleme sind nicht die Chinesen, sondern deren hausgemachte Managementfehler, mangelnde Flexibilitaet und katastrophale Konkurrenz"faehigkeit". Das ausserdem SolarWorld den Feinden der Solarwirtschaft und den Apologeten der Fossil&Atomindustrie auch noch das Stichwort gegeben hat, kann man mit ausreichend Zynismus nur noch als Realsatire bezeichnen. Leider hat SW so indirekt zigtausende Arbeitsplaetze auf dem Gewissen. Das ist natuerlich nicht lustig.

Doch man reibt sich verwundert die Augen - nur eine Firma soll (abgesehen von den Roeslers, Altmaiers & Clements dieser Welt) schuld an diesem Desaster sein ? Darauf ein ganz klares Nein !

Man kennt diese Phaenomen, dass sich irgendwo eine Schlaegerei anbahnt, aber niemand dazwischen geht. Da ist nur ein einziger Provokateur, der sich etlichen Leuten gegenueber sieht und tatsaechlich keine Chance haette, waeren die sich einig. Der Kit, der diese Gruppe zusammenhalten koennte und vermeintl. oder reale Nachteile eines Einzelnen kompensiert, den nennt man Solidaritaet. Ist keine Solidaritaet vorhanden, dann bekommt man mit einem Teppichmesser einen Piloten dazu, seinen Jumbo in ein Haus fliegen zu lassen, waerend alle Anderen rumstehen und hoffen, "wird schon nicht so schlimm".

Bekloppt ? Ja ! Aber genau so hat sich die Solarindustrie beim ersten Auftreten von SolarWorld verhalten und ausnahmsweise und ausgerechnet, hat diesmal ein Politiker den Finger in die Wunde gelegt - naemlich Herr Fell - und hat die Protagnisten beschworen doch mal zu Verstand zu kommen. Aber keine Reaktion seitens der Mehrheit der Industrie.

Nun geht die deutsche Solarindustrie geschlossen ins Nirvana. Recht so ! Denn diese Erkenntnis fiel ja nicht eben erst vom Himmel. Die Fach-Medien trifft natuerlich eine Mitschuld, denn um sich Anzeigenkunden nicht zu vergraetzen, waren sie meines Erachtens viel zu zahm.

Dennoch, diverse Blogger - mich eingeschlossen - und vereinzelte Magazine, haben immer wieder auf diesen Umstand und die fatalen Folgen hingewiesen. S&WE hat diese - meine persoenliche Sichtweise - gedruckt. Aus Leserbriefen weiss ich, dass die ueberwiegende Menge in der Branche auch so dachte. Und btw., ich freue mich kein bisschen darueber, dass ich in allen Punkten recht behalten habe.

Artikel : China 2013 Global PV Player No 1

Artikel: Joint Forces For Solar

Die Branche haette sich sofort und entschlossen von Anfang an gegen SolarWorld &Co. positionieren muessen. Aus Feigheit, Desinteresse und der Haltung "jetzt werden die Chinesen kotzen", wurde das nicht getan. Statt dessen hat man lieber ein paar Plakate in Berlin gegen die Einspeisekuerzungen hoch gehalten.

Gehts noch ? - Wo waren die " SOLARWORLD GO HOME" Plakate ?

Fazit: Wer nichts tut und versucht Probleme aus mangelnder Solidaritaet auszusitzen bzw. zu deligieren, der hat es einfach nicht besser verdient !

 

 

 

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