Fotomarathon ... besser nicht.

Geschrieben von Sven Tetzlaff am . Veröffentlicht in Fotografie

Anlässlich einer Polemik auf Photoscala, hier mal meine Meinung zu Fotomarathons.

Der Rant auf Photoscala spricht mir (ein bisschen) aus dem Herzen. Wobei ich ja bei solchen Sachen, die mich sonst nicht weiter berühren, eher nach der Devise verfahre: »Macht mal! – Leben und leben lassen. Ich geh ja auch nicht auf Mittelaltermärkte – den »Furunkeln am Arsch der Menschheit«. Nach meinem Geschmack kommen Fotomarathons den Furunkeln schon sehr nahe.

Allerdings frage ich mich schon, was für manche hinter dem Zwang steckt, eine Bildende Kunst in ein gruppendynamisches Event-Korsett zu pressen. Man stelle sich vor, hunderte Maler stellen die Zeil mit ihren Staffeleien zu, oder gleich viele Bildhauer erschaffen ein Geräuschinferno vor dem Reichstag, oder noch besser, in München findet ein Architekturflashmob statt. Das ist so albern, wie es sich liest. ...

Kuenstliche Intelligenz vs. Fotografische Einfalt

Geschrieben von Sven Tetzlaff am . Veröffentlicht in Fotografie

Kürzlich wälzte sich die Ankuendigung einer neuen Fotografiesoftware durch die üblichverdächtigen Medien. Es geht um Arsenal. Natürlich ist die Software revolutionär, nie dagewesen und »disruptive«  vermutlich sowieso. Um was es geht in aller Kuerze: Arsenal ist ein Stück austrainierte Software (AI/KI), welche dem Fotografen sagen soll, wie die beste (perfekte) Zeit-ISO-Blenden-Kombination für das aktuelle Motiv ist. Nebenbei soll Arsenal noch eine universelle Fernbedienung und ein geeignetes Timelapse-Modul sein.

Mir geht es hier konkret um den Anspruch, mittels KI, also »künstlicher Intelligenz« und den aktuellen Sensorwerten, das perfekte Foto erschaffen zu wollen. Wobei KI natürlich nicht wirklich was mit Intelligenz zu tun hat, sondern als Metapher für eine antrainierte Software steht. Dass man eine solche Software ganz wunderbar trollen kann, hat Microsoft mit Tay hinlänglich bewiesen...

Alle Analog-Quicktips auf einem Haufen ...

Geschrieben von Sven Tetzlaff am . Veröffentlicht in Fotografie

Die fuenf Quicktipps zur Analogbearbeitung mit CaptureOnePro sind nun auch als Download (zip) verfügbar. Weitergeben, kopieren etc., ist ausdrücklich erwünscht. Natuerlich kann man die Quicktipps auch weiterhin von Youtube herunterladen ... nur ist das nicht so ganz legal ... meint Google. Die fuenf Videos sind im MP4 Format und zusammen ca. 240MB groß. Die fuenf Videos sind in diesem Beitrag nochmals zusammengefasst. Auf einen Quicktip zu DIAs habe ich verzichtet, da man dies hier: Scannen war gestern: Dias digitalisieren in epischer Laenge nachlesen kann.

Vorbemerkung: In diversen Foren wird heute gerne der Frage nachgegangen, was denn nun besser sei: Scannen oder Abfotografieren. Darauf gibt es - wie immer - keine klare Antwort.

Im High-End-Bereich, wie er z.B. von CaptureOne Cultural Heritage abgedeckt wird, führt ganz klar die Foto-Variante. Interessanterweise ausgerechnet von der Fa. dominiert, die mal mit Scanrückteilen angefangen hat. Es gibt heute keine Scanner mehr, die mit den aktuellen 100MP Rückteilen direkt konkurrieren könnten. Hinzu kommt, dass mit den diversen Optionen wie Achromat-Rückteile oder der Buchdigitalisierung die Investition z.B. für Museen deutlich universeller ist, als die seinerzeitige Auslagerung der Services oder gar der Anschaffung eines Trommelscanners – inkl. HR....

Ohne Rauch geht nix

Geschrieben von Sven Tetzlaff am . Veröffentlicht in Diverse

Ich werde gelegentlich gefragt, was ich hier in Asien vermissen würde. Vor 10 Jahren konnte ich da eine Menge aufzählen: Brötchen, Nutella oder Kaffee z.B. Kaffee gibt es mittlerweile in grosser Auswahl, Nutella mag ich nicht mehr und Broetchen mach ich selbst. Die Liste der vermissten Sachen dünnte über die Jahre aus. Heute steht da nur noch (Sauerteig)Brot - und vor ein paar Wochen stand da noch Räucherfisch. ... 

Ich bin mit Räucherfisch groß geworden. Fisch war in der DDR absurd billig und da man eh wenig zu tun hatte, wurde überall hobbygeräuchert - besonders in den Kleingartenkolonien, aber selbst in den Rostocker Großbetrieben gab es manchmal Raucheröfen fuer die Belegschaft. Wenn man noch weiter die Zeit zurueckdreht, dann fand man in fast jeder Kate in Mecklenburg eine kleine Räucherkammer. ( Disclaimer: Den folgenden Artikel verstehen nur Leute in Gänze, die an den deutschen Küsten groß geworden sind.) ...

Grossartig: Sibylle

Geschrieben von Sven Tetzlaff am . Veröffentlicht in Diverse

Sibylle

Ich war heute in einer grandiosen Ausstellung. Die war so grossartig, dass ich von meiner Regel, nicht von unterwegs zu bloggen, erstmals abgewichen bin. Die Ausstellung hiess „Sibylle“, also so, wie DAS Modemagazin der DDR, das es immerhin noch bis ins Jahr 1995 geschafft hat. Zwar kannte ich die Sibylle dem Namen nach, da sie vermutlich in jedem DDR-Haushalt zugegen war, aber gelesen habe ich sie seinerzeit nie. Genau sowenig kannte bzw. kenne ich Modezeitschriften jener Zeit aus dem Westen. Ich weiss gar nicht, ob damals an westdeutschen Kiosken Harpers Bazar, Elle oder Vogue auslagen oder ob es ein tutiges Burda-Pendant zur Sibylle gab. ...

Esper Photo Analysis Machine vs Adobe Marketing

Geschrieben von Sven Tetzlaff am . Veröffentlicht in Diverse

Anlässlich der Ankündigung Adobes, sich demnächst um eine Sprachsteuerung für die Bildbearbeitung zu kümmern, habe ich mir mal wieder DEN kurzen Blade-Runner-Ausschnitt angeschaut. Der Ausschnitt also, in welchem Rick Deckard Zhora erkennt, was letztlich zu ihrem Tod (Retirement) führt, aber auch der erste Bruch in Deckards Welt bedeutet - in dessen Konsequenz er letztlich Rachel rettet ... wissen schon ...

Dumm, Duemmer, PhaseOne?

Geschrieben von Sven Tetzlaff am . Veröffentlicht in Fotografie

PhaseOne so: "It is unlikely that we will support the Fuji GFX 50s – we have a long standing policy of not providing support to direct competitors of our core business.”  Uebersetzt ist das die besonders kluge und innovative Aussage, "Nö - machen wa nich! Weil, das haben wir schon immer so nich gemacht."
 
Wer sich mit der Thematik nicht so auskennt: PhaseOne (P1) ist Hersteller der Software CaptureOne (C1). Diese hat seit der Abkuendigung von Aperture(Apple) und der Ankeundigung Adobes Lightroom demnaechst in eine absurde Abo-Cloud zu ziehen, einen, fuer daenische Verhaeltnisse, etwas ungewohnten Zulauf. ...

Warum streicht man Bäume weiss?

Geschrieben von Sven Tetzlaff am . Veröffentlicht in Diverse

Diese Frage habe ich mir schon als Junge gestellt. In der DDR (DDR: wers nicht mehr kennt, bitte googeln) gab es diese Sitte, Bäume partiell zu kalken. Damals waren zwei Sagen zu den Gründen im Umlauf:
1) Das diene dem Schutz vor Insekten. Doch warum pinselt man dann nicht um den Stamm rundherum - sollen die Insekten zusätzlich verwirrt werden?
2) Zur Verkehrssicherheit in den Alleen (Allee: Wers nicht mehr kennt, bitte googeln). Zieht aber auch nicht. Ich habe seinerzeit ganze Schonungen voller gekalkter Bäume gesehen. Oder gekalkte Bäume um einen Dorfteich herum - wovon allerhöchsten die allerletzten Gäste des Dorfkruges (Dorfkrug: Wers nicht mehr kennt, bitte googeln) was von hätten ...

Hier in China ist mir dieses Mysterium wieder begegnet. Natürlich weiss auch hier niemand, warum man das so macht. Schon gar nicht die, die die Bäume anpinseln ... Ich habe natürlich diverse eigene abseitige Verschwoerungs-Theorien, aber bevor ich die ausbaue, kennt jemand eine (halbwegs plausible) Erklärung?